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VDE-AR-N 4110: Anforderungen fur Photovoltaikanlagen am Mittelspannungsnetz

VDE-AR-N 4110 erklart fur gewerbliche Solarprojekte: Mittelspannungsanschluss, Anlagenzertifikat, Schutztechnik und Netzbetreiberanforderungen fur PV-Anlagen ab 135 kW.

Rainer Neumann

Verfasst von

Rainer Neumann

Content Head · SurgePV

Keyur Rakholiya

Geprüft von

Keyur Rakholiya

CEO & Co-Founder · SurgePV

Veröffentlicht ·Zuletzt geprüft ·Regulierungsbehörde: VDE / DKE

VDE-AR-N 4110 regelt den Anschluss von Erzeugungsanlagen an das deutsche Mittelspannungsnetz. Wer gewerbliche Solarprojekte ab 135 kW plant, kommt an dieser Norm nicht vorbei. Sie schreibt ein Anlagenzertifikat, erweiterte Schutztechnik und komplexe Prufprotokolle vor. Dieser Guide erklart die Anforderungen praxisnah fur Planer, Installateure und Betreiber.

Technische Norm
VDE-AR-N 4110:2018-11
Herausgeber
Geltungsbereich
Mittelspannung 1–60 kV
Typische Anlagengro?e
Ab 135 kW (gewerbliche und industrielle PV)
Zertifikat
Anlagenzertifikat Pflicht
Ausgestellt von
Akkreditierte Zertifizierungsstellen (z.B. TUV, DEKRA, VDE)

VDE-AR-N 4110 erfordert ein Anlagenzertifikat

Anders als bei VDE-AR-N 4105 genugt hier kein Wechselrichter-Zertifikat. Fur jede Anlage am Mittelspannungsnetz ist ein individuelles Anlagenzertifikat erforderlich. Der Prozess dauert 4–8 Wochen und kostet 3.000–10.000 Euro. Planen Sie diesen Schritt fruh ein.

Was ist VDE-AR-N 4110?

VDE-AR-N 4110 ist die technische Anschlussregel fur Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz in Deutschland. Sie erganzt die VDE-AR-N 4105, die nur fur Niederspannungsanschlusse gilt. Die Norm wurde 2018 veroffentlicht und trat schrittweise in Kraft.

Geltungsbereich

Die Norm gilt fur alle Erzeugungsanlagen, die in das Mittelspannungsnetz einspeisen. Das betrifft:

  • Photovoltaikanlagen ab 135 kW, die uber Mittelspannung einspeisen
  • Windenergieanlagen im MW-Bereich
  • Biogasanlagen mit Mittelspannungsanschluss
  • Kraft-Warme-Kopplungsanlagen uber 1 MW
  • Batteriespeicher, die uber Mittelspannung ins Netz einspeisen

Die Spannungsebene umfasst 1 kV bis 60 kV. In der Praxis sind das vor allem 10-kV- und 20-kV-Netze der regionalen Verteilnetzbetreiber.

Zweck der Norm

VDE-AR-N 4110 hat drei Hauptziele:

  1. Netzstabilitat: Gro?e Erzeugungsanlagen mussen das Netz stabilisieren, nicht destabilisieren. Das bedeutet: Blindleistungsbereitstellung, Spannungshaltung und Frequenzregelung.
  2. Netzschutz: Bei Storungen muss die Anlage das Netz nicht gefahrden. Das erfordert schnelle Abschaltung, Fehlerdurchfahrtsverhalten und Schutzkoordination.
  3. Fernsteuerbarkeit: Der Netzbetreiber muss die Anlage bei Engpassen fernsteuern konnen. Das geschieht uber die RSE-Schnittstelle.

Historie

JahrMeilenstein
2011Erste Fassung der VDE-AR-N 4110 veroffentlicht
2018Uberarbeitete Fassung 2018-11 tritt in Kraft
2019Ubergangsfrist fur Bestandsanlagen endet
2021Anpassung an die EU-Netzkodex-Anforderungen
2026Aktueller Stand: VDE-AR-N 4110:2018-11 mit Anpassungen

Wann gilt VDE-AR-N 4110?

Die Entscheidung zwischen VDE-AR-N 4105 (Niederspannung) und 4110 (Mittelspannung) hangt vom Anschlusspunkt ab — nicht von der reinen Anlagenleistung.

Spannungsebenen in Deutschland

SpannungsebeneBereichRegelnde Norm
NiederspannungBis 1 kVVDE-AR-N 4105
Mittelspannung1–60 kVVDE-AR-N 4110
HochspannungUber 60 kVNetzbetreiberindividuelle TAB

Praktische Grenze: Ab 135 kW

In der Praxis gilt: Anlagen ab 135 kW werden meist uber Mittelspannung eingespeist. Das liegt an der Stromstarke im Niederspannungsnetz:

  • 100 kW bei 400 V: 144 A pro Phase — grenzwertig fur das Ortsnetz
  • 135 kW bei 400 V: 195 A pro Phase — uberlastet typische Hausanschlusse
  • 500 kW bei 20 kV: 14 A — problemlos fur das Mittelspannungsnetz

Die genaue Grenze legt der Netzbetreiber in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) fest. Einige Betreiber erlauben auch gro?ere Anlagen am Niederspannungsnetz, wenn das lokale Netz dies zulasst.

Tipp: Fruh mit dem Netzbetreiber sprechen

Die Entscheidung Niederspannung vs. Mittelspannung fallt der Betreiber. Bei einer 150-kW-Anlage auf einem landwirtschaftlichen Betrieb kann der Betreiber eine Mittelspannungseinspeisung fordern, auch wenn technisch eine Niederspannung moglich ware. Klaren Sie dies vor der Planung.

VDE-AR-N 4110 vs 4105: Die wichtigsten Unterschiede

Die beiden Normen unterscheiden sich grundlegend in Umfang, Komplexitat und Kosten.

AspektVDE-AR-N 4105VDE-AR-N 4110
SpannungsebeneNiederspannung (weniger als 1 kV)Mittelspannung (1–60 kV)
Max. AnlagenleistungBis 135 kWBis 50 MW
ZertifikatWechselrichter-Zertifikat (Teil 1)Anlagenzertifikat (individuell)
Blindleistungcos-phi 0,95 bis 0,95 ab 10,5 kWcos-phi 0,925 ubererregt bis 0,95 untererregt
FehlerdurchfahrtsverhaltenNicht erforderlichPflicht (FRT)
RSE-SchnittstelleAb 7 kWImmer Pflicht
SchutztechnikStandard (RCD, Uberspannung)Erweitert (Distanzschutz, Leitungsuberwachung)
PrufprotokollKonformitatserklarung (Teil 2)Anlagenzertifikat + Inbetriebnahmeprotokoll
Kosten Zertifizierung0–500 Euro (Hersteller)3.000–10.000 Euro (Zertifizierungsstelle)
PlanungsaufwandGeringHoch

Was das in der Praxis bedeutet

Eine 200-kW-PV-Anlage auf einem Gewerbedach erfordert nach VDE-AR-N 4110:

  • Einen Mittelspannungstransformator (0,4/20 kV)
  • Ein komplettes Schutz- und Messkonzept
  • Ein individuelles Anlagenzertifikat
  • Eine Netzvertraglichkeitsprufung durch den Betreiber
  • Eine RSE-Schnittstelle mit verschlusselter Kommunikation

Die Kosten fur diese Zusatzkomponenten liegen bei 15.000–40.000 Euro. Das muss im Projektbudget eingeplant werden.

Technische Anforderungen

VDE-AR-N 4110 schreibt funf technische Bereiche vor, die uber die Anforderungen der 4105 hinausgehen.

1. Blindleistungsregelung

Die Blindleistungsanforderungen sind bei 4110 strenger als bei 4105:

ParameterVDE-AR-N 4105VDE-AR-N 4110
Bereich0,95 ubererregt bis 0,95 untererregt0,925 ubererregt bis 0,95 untererregt
EinspeisepunktAm AnschlusspunktAm Netzanschlusspunkt (Mittelspannung)
RegelungStatisch oder Q(U)Q(U) oder Q(P) mit dynamischer Anpassung

Die Blindleistung wird am Mittelspannungsanschlusspunkt gemessen. Das bedeutet: Der Transformator muss in die Berechnung einbezogen werden. Ein Transformator mit 4% Kurzschlussspannung verbraucht selbst Blindleistung, die die Anlage zusatzlich bereitstellen muss.

2. Fehlerdurchfahrtsverhalten (FRT)

FRT (Fault Ride Through) ist bei 4110 Pflicht, bei 4105 nicht. Die Anlage muss bei einem Kurzschluss im Netz kurzzeitig am Netz bleiben und die Spannung stutzen.

StorungAnforderung
Spannungseinbruch auf 15%Mindestens 150 ms am Netz bleiben
Spannungseinbruch auf 85%Mindestens 3.000 ms am Netz bleiben
Spannungsanstieg auf 110%Mindestens 10 s am Netz bleiben
Spannungsanstieg auf 120%Sofortige Trennung

Dieses Verhalten verhindert, dass gro?e Anlagen bei jedem Netzfehler sofort abschalten und das Netz weiter destabilisieren.

3. Wirkleistungsreduktion bei Uberfrequenz

Bei steigender Netzfrequenz muss die Anlage ihre Leistung reduzieren:

FrequenzReaktion
50,0–50,2 HzVolle Leistung
50,2–51,5 HzProportionale Reduzierung (40%/Hz)
> 51,5 HzSofortige Trennung

Bei 50,5 Hz muss die Anlage also auf 80% ihrer Nennleistung reduziert haben. Diese Regelung ist identisch mit der 4105, wird aber bei 4110 strenger uberwacht.

4. RSE-Schnittstelle

Die Regel- und Steuerungseinheit (RSE) ist bei 4110 immer Pflicht — unabhangig von der Anlagenleistung. Sie ermoglicht dem Netzbetreiber:

  • Wirkleistungsbegrenzung: Reduzierung auf 0–100% der Nennleistung
  • Wirkleistungsrampen: Begrenzte Leistungsanderungsgeschwindigkeit
  • Blindleistungsvorgabe: Setzen eines cos-phi-Sollwerts
  • Sofortabschaltung: Trennung bei Netznotfall

Die Kommunikation erfolgt uber ein gesichertes Protokoll (typischerweise IEC 61850 oder SunSpec Modbus TCP mit TLS). Die RSE muss redundant ausgelegt sein — bei Ausfall der Primarverbindung muss eine Sekundarverbindung greifen.

5. Erweiterte Messtechnik

VDE-AR-N 4110 verlangt eine umfassendere Messtechnik als 4105:

Messgro?e41054110
WirkleistungAm WechselrichterAm Netzanschlusspunkt
BlindleistungAm WechselrichterAm Netzanschlusspunkt
SpannungAm WechselrichterMittelspannung (primarseitig)
FrequenzJaJa, mit hoherer Genauigkeit
HarmonischeOptionalPflicht (bis 50. Ordnung)
FlickerOptionalPflicht

Die Messwerte mussen in Echtzeit an den Netzbetreiber ubermittelt werden. Die meisten modernen Wechselrichter ab 100 kW haben diese Messtechnik integriert.

Anlagenzertifikat: Prozess und Kosten

Das Anlagenzertifikat ist das Herzstuck der VDE-AR-N 4110. Ohne Zertifikat gibt es keine Betriebserlaubnis.

Wann ist ein Zertifikat erforderlich?

Ein Anlagenzertifikat ist bei allen Anlagen am Mittelspannungsnetz Pflicht. Das betrifft:

  • Neue Anlagen bei Erstinbetriebnahme
  • Bestandsanlagen bei wesentlicher Anderung (Leistungserhohung um >10%)
  • Bestandsanlagen bei Komponententausch, der die Netzvertraglichkeit beeinflusst

Der Zertifizierungsprozess Schritt fur Schritt

Schritt 1: Zertifizierungsstelle auswahlen (4 Wochen vor Inbetriebnahme)

Wahlen Sie eine nach DIN EN ISO/IEC 17065 akkreditierte Stelle. In Deutschland sind das unter anderem:

  • TUV Rheinland
  • TUV SUD
  • DEKRA
  • VDE Pruf- und Zertifizierungsinstitut
  • DNV

Schritt 2: Unterlagen zusammenstellen

Die Zertifizierungsstelle benotigt:

  • Einliniendiagramm der kompletten Anlage
  • Schutzkonzept mit Einstellwerten
  • Herstellerdatenblatter aller Komponenten (Wechselrichter, Transformator, Schutzgerate)
  • Berechnung der Kurzschlussstrome
  • Berechnung der Blindleistungsfahigkeit
  • Angaben zum Netzanschlusspunkt (Spannung, Kurzschlussleistung)

Schritt 3: Prufung durch die Zertifizierungsstelle (2–4 Wochen)

Die Stelle pruft:

  • Einhaltung aller technischen Anforderungen
  • Korrekte Dimensionierung der Schutztechnik
  • Netzvertraglichkeit der Anlage
  • Vollstandigkeit der Unterlagen

Schritt 4: Zertifikat ausgestellt

Das Zertifikat bestatigt, dass die Anlage die VDE-AR-N 4110 erfullt. Es enthalt:

  • Zertifikatsnummer und Gultigkeitsdauer
  • Beschreibung der Anlage (Standort, Leistung, Komponenten)
  • Liste der gepruften Anforderungen
  • Einschrankungen oder Auflagen (falls vorhanden)

Schritt 5: Einreichung beim Netzbetreiber

Reichen Sie das Zertifikat zusammen mit dem Inbetriebnahmeprotokoll beim Netzbetreiber ein. Der Betreiber fuhrt eine eigene Netzvertraglichkeitsprufung durch und erteilt die Betriebserlaubnis.

Kosten

PositionKosten
Anlagenzertifikat (einfach)3.000–5.000 Euro
Anlagenzertifikat (komplex)5.000–10.000 Euro
Inbetriebnahmeprotokoll1.000–2.500 Euro
Netzvertraglichkeitsprufung (Betreiber)500–2.000 Euro
Gesamt4.500–14.500 Euro

Die Kosten hangen von der Anlagenkomplexitat ab. Eine einfache 200-kW-Anlage mit einem Wechselrichter und Standardtransformator liegt im unteren Bereich. Eine 5-MW-Freiflachenanlage mit mehreren Transformatoren und komplexem Schutzkonzept liegt im oberen Bereich.

Schutztechnik und Komponenten

Die Schutztechnik nach VDE-AR-N 4110 geht deutlich uber die Anforderungen der 4105 hinaus.

Mittelspannungstransformator

Jede Anlage am Mittelspannungsnetz braucht einen Transformator. Typische Ausfuhrungen:

ParameterTypischer Wert
Leistung250 kVA bis 5 MVA
Spannung0,4/20 kV oder 0,4/10 kV
SchaltgruppeDyn5 oder Dyn11
Kurzschlussspannung4–6%
Verluste0,5–1,0% der Nennleistung

Der Transformator muss in die Blindleistungsberechnung einbezogen werden. Er verbraucht selbst Blindleistung, die die PV-Anlage zusatzlich bereitstellen muss.

Schutzgerate

SchutzfunktionGeratAnforderung
UberstromLeistungsschalterAuslosung bei Kurzschluss
ErdfehlerErdschlussschutzSensitiv (10% des Nennstroms)
DistanzschutzDistanzrelaisBei Leitungen uber 5 km
SpannungSpannungsrelaisUber- und Unterspannung
FrequenzFrequenzrelaisUber- und Unterfrequenz
LeistungLeistungsrelaisWirk- und Blindleistung

Die Schutzkoordination ist kritisch. Die Schutzgerate mussen so eingestellt sein, dass sie bei einem Fehler in der Anlage auslosen, aber nicht bei einem Fehler im ubergeordneten Netz.

Uberspannungsschutz

Der Uberspannungsschutz in Mittelspannungsanlagen ist komplexer als in Niederspannungsanlagen:

  1. Mittelspannungsseite: Uberspannungsableiter Typ 1 (Ableitvermogen >= 10 kA)
  2. Niederspannungsseite: Uberspannungsableiter Typ 1+2 (Ableitvermogen >= 12,5 kA)
  3. DC-Seite: Uberspannungsableiter Typ 2 je String

Der Uberspannungsschutz muss in das Schutzkonzept integriert werden. Die Ableiter mussen so dimensioniert sein, dass sie bei einem Blitzeinschlag den Strom ableiten konnen, ohne beschadigt zu werden.

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Haufige Fehler bei 4110-Projekten

Die folgenden Fehler fuhren regelma?ig zu Verzogerungen und Mehrkosten.

Fehler 1: Zertifikat zu spat beantragt

Viele Planer unterschatzen die Dauer des Zertifizierungsprozesses. Das Zertifikat braucht 4–8 Wochen. Wer es erst nach Fertigstellung der Anlage beantragt, verliert wertvolle Zeit.

Losung: Engagieren Sie die Zertifizierungsstelle, sobald das Schutzkonzept steht. Reichen Sie die Unterlagen ein, bevor die Anlage gebaut wird.

Fehler 2: Transformator nicht in Blindleistungsberechnung einbezogen

Der Transformator verbraucht Blindleistung. Wer das vergisst, unterschatzt die erforderliche Blindleistungsfahigkeit der Anlage um 10–20%.

Losung: Berechnen Sie die Blindleistung des Transformators (Q = S^2 * uk / Sn) und addieren Sie sie zur Anlagenblindleistung.

Fehler 3: Falsche Schutzkoordination

Die Schutzgerate mussen aufeinander abgestimmt sein. Wenn der Leistungsschalter der Anlage langsamer auslost als der Schalter des Betreibers, kann es zu ungewollten Netztrennungen kommen.

Losung: Fordern Sie die Schutzparameter des Betreibers an und stimmen Sie Ihre Schutzgerate darauf ab.

Fehler 4: RSE-Schnittstelle nicht redundant

VDE-AR-N 4110 verlangt eine redundante RSE-Verbindung. Viele Planer installieren nur eine Kommunikationsverbindung (z.B. nur Ethernet).

Losung: Planen Sie zwei unabhangige Kommunikationswege (z.B. Ethernet + Mobilfunk). Die Sekundarverbindung muss automatisch greifen, wenn die Primarverbindung ausfallt.

Fehler 5: Unvollstandiges Inbetriebnahmeprotokoll

Das Inbetriebnahmeprotokoll muss alle geforderten Messwerte enthalten. Fehlende Werte fuhren zur Zuruckweisung durch den Betreiber.

Losung: Verwenden Sie eine Checkliste mit allen geforderten Messwerten. Lassen Sie das Protokoll vor der Einreichung von einem erfahrenen Elektrofachbetrieb prufen.

Fazit

VDE-AR-N 4110 ist die zentrale Norm fur gewerbliche und industrielle Solaranlagen in Deutschland. Sie erfordert mehr Planung, hohere Kosten und umfangreichere Prufungen als die 4105 — aber sie ist unvermeidbar fur Anlagen am Mittelspannungsnetz.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Früh planen: Das Anlagenzertifikat braucht 4–8 Wochen. Beantragen Sie es, bevor die Anlage gebaut wird.
  2. Budget einplanen: Rechnen Sie mit 4.500–14.500 Euro fur Zertifizierung und Prufung.
  3. Schutztechnik nicht unterschatzen: Die erweiterte Schutztechnik ist komplex. Arbeiten Sie mit einem erfahrenen Elektrofachbetrieb zusammen.
  4. Netzbetreiber früh einbeziehen: Die technischen Anschlussbedingungen des Betreibers sind entscheidend. Klaren Sie offene Punkte vor der Planung.
  5. RSE redundant auslegen: Eine einzelne Kommunikationsverbindung reicht nicht. Planen Sie zwei unabhangige Wege.

Was Sie als Nachstes tun sollten:

  • Prufen Sie, ob Ihr geplantes Projekt uber Mittelspannung eingespeist wird
  • Kontaktieren Sie den Netzbetreiber fur die technischen Anschlussbedingungen
  • Engagieren Sie eine akkreditierte Zertifizierungsstelle fruhzeitig
  • Planen Sie das Budget fur Zertifizierung und erweiterte Schutztechnik
  • Erstellen Sie ein vollstandiges Schutzkonzept vor dem Baubeginn

Häufig gestellte Fragen

About the Contributors

Author
Rainer Neumann
Rainer Neumann

Content Head · SurgePV

Rainer Neumann is Content Head at SurgePV and a solar PV engineer with 10+ years of experience designing commercial and utility-scale systems across Europe and MENA. He has delivered 500+ installations, tested 15+ solar design software platforms firsthand, and specialises in shading analysis, string sizing, and international electrical code compliance.

Editor
Keyur Rakholiya
Keyur Rakholiya

CEO & Co-Founder · SurgePV

Keyur Rakholiya is CEO & Co-Founder of SurgePV and Founder of Heaven Green Energy Limited, where he has delivered over 1 GW of solar projects across commercial, utility, and rooftop sectors in India. With 10+ years in the solar industry, he has managed 800+ project deliveries, evaluated 20+ solar design platforms firsthand, and led engineering teams of 50+ people.

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