Die Vergutungssatze des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2023 bestimmen, wie viel Geld Betreiber von Photovoltaikanlagen in Deutschland fur ihren Solarstrom erhalten. Diese Satze sind nicht statisch. Sie sinken quartalsweise durch die sogenannte Degression. Wer eine Anlage plant, muss die aktuellen Satze kennen und die nachsten Stufen im Blick behalten. Ein Monat kann den Unterschied zwischen einem hoheren und einem niedrigeren Vergutungssatz ausmachen.
Zuletzt aktualisiert: Q2 2026 | Nachste Anpassung: 1. August 2026
Regulierung: EEG 2023 / BNetzA
Gultig ab: 1. Januar 2023
Letzte Anpassung: Mai 2026
Nachste Degression: 1. August 2026
Quartalsaktualisierung
Die EEG-Vergutungssatze werden viermal im Jahr angepasst: am 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November. Die genauen Satze veroffentlicht die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf ihrer Webseite. Diese Seite wird nach jeder Anpassung aktualisiert.
Aktuelle EEG-Vergutungssatze 2026
Die folgende Tabelle zeigt die gultigen Vergutungssatze fur Inbetriebnahmen im zweiten Quartal 2026. Die Satze unterscheiden sich nach Anlagengro?e, Standorttyp (Dach oder Freiflache) und Vergutungsform (Volleinspeisung oder Uberschusseinspeisung).
| Anlagengro?e | Volleinspeisung Dach | Volleinspeisung Freiflache | Uberschusseinspeisung |
|---|---|---|---|
| Bis 10 kW | ca. 8,6 ct/kWh | ca. 5,0 ct/kWh | ca. 8,6 ct/kWh |
| 10 kW bis 40 kW | ca. 7,5 ct/kWh | ca. 4,8 ct/kWh | ca. 7,5 ct/kWh |
| 40 kW bis 750 kW | ca. 6,0 ct/kWh | ca. 4,5 ct/kWh | ca. 6,0 ct/kWh |
| Uber 750 kW | Direktvermarktung | Direktvermarktung | Direktvermarktung |
Die genauen Cent-Betrage variieren leicht je nach Quartal. Die BNetzA rundet auf zwei Nachkommastellen. Die Werte in der Tabelle sind Naherungswerte auf Basis der letzten Veroffentlichung. Fur verbindliche Angaben bei der Projektfinanzierung empfehlen wir, die aktuelle BNetzA-Bekanntmachung zu konsultieren.
Besondere Regelungen
Dachanlagen bis 10 kW erhalten den hochsten Satz. Diese Anlagen sind typischerweise Eigenheime und kleine Gewerbebetriebe. Der erhohte Satz soll den Ausbau auf bestehenden Dachflachen fordern.
Freiflachenanlagen erhalten deutlich niedrigere Satze als Dachanlagen. Der Gesetzgeber mochte den Flachenverbrauch begrenzen und priorisiert die Nutzung bereits versiegelter Flachen.
Uberschusseinspeisung wird fur Dachanlagen bis 750 kW mit demselben Satz vergutet wie Volleinspeisung. Der Unterschied liegt im Eigenverbrauch: Bei Uberschusseinspeisung wird der Strom zuerst selbst genutzt. Der verbleibende Uberschuss geht ins Netz.
Wie die EEG-Degression funktioniert
Die Degression ist das zentrale Steuerinstrument des EEG. Sie soll den Solarausbau an die Marktentwicklung koppeln. Wenn mehr Anlagen gebaut werden als geplant, sinkt die Vergutung schneller. Wenn der Ausbau zuruckgeht, sinkt sie langsamer oder pausiert.
Aktuelle Degressionsrate
Fur Dachanlagen betragt die Degression derzeit 1,4 Prozent pro Quartal. Das bedeutet: Wer seine Anlage am 31. Juli 2026 in Betrieb nimmt, erhalt den Satz vom zweiten Quartal. Wer am 1. August 2026 in Betrieb nimmt, erhalt den um 1,4 Prozent reduzierten Satz.
Zielkorridore
Die Bundesregierung hat Ausbauziele definiert. Derzeit liegt das Ziel bei etwa 22 Gigawatt Photovoltaik-Leistung pro Jahr. Die BNetzA uberwacht die tatsachlichen Zubauraten. Liegen sie uber dem Korridor, greift die volle Degression. Liegen sie darunter, kann die Degression ausgesetzt oder reduziert werden.
Praktische Bedeutung
Ein Installateur, der im Juli 2026 eine 10-kW-Dachanlage in Betrieb nimmt, erhalt etwa 8,6 Cent pro kWh. Nimmt er dieselbe Anlage im August 2026 in Betrieb, erhalt er etwa 8,48 Cent pro kWh. Auf 20 Jahre gerechnet macht das bei einer jahrlichen Erzeugung von 10.000 kWh einen Unterschied von etwa 240 Euro.
Planungstipp
Wenn Ihr Projekt kurz vor einer Degressionsstufe liegt, priorisieren Sie die Inbetriebnahme. Ein fruherer Baubeginn kann sich finanziell auszahlen. Sprechen Sie mit Ihrem Installateur uber realistische Zeitplane.
Volleinspeisung vs Uberschusseinspeisung
Jeder Betreiber muss sich zwischen zwei Vergutungsformen entscheiden. Die Wahl hangt vom Eigenverbrauchsanteil ab.
| Kriterium | Volleinspeisung | Uberschusseinspeisung |
|---|---|---|
| Was wird eingespeist? | Der gesamte Solarstrom | Nur der nicht verbrauchte Uberschuss |
| Vergutungssatz | Voller EEG-Satz | Voller EEG-Satz fur den Uberschuss |
| Eigenverbrauch | Keiner, Strom wird gekauft | Direkte Nutzung des Solarstroms |
| Sinnvoll bei | Niedrigem Eigenverbrauch | Eigenverbrauchsanteil uber 30% |
| Messung | Ein Zahlermodul | Zwei Zahlermodule |
| Anmeldeaufwand | Einfach | Etwas hoher |
Berechnungsbeispiel
Eine Familie mit einer 8-kW-Dachanlage erzeugt jahrlich 8.500 kWh. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei 35 Prozent.
Bei Volleinspeisung:
- 8.500 kWh x 8,6 ct/kWh = 731 Euro pro Jahr
- Stromkosten fur Eigenverbrauch: 2.975 kWh x 40 ct/kWh = 1.190 Euro
- Bilanz: 731 Euro Einnahmen minus 1.190 Euro Stromkosten = minus 459 Euro
Bei Uberschusseinspeisung:
- Eigenverbrauch: 2.975 kWh x 40 ct/kWh gespart = 1.190 Euro
- Eingespeister Uberschuss: 5.525 kWh x 8,6 ct/kWh = 475 Euro
- Bilanz: 1.190 Euro plus 475 Euro = 1.665 Euro Vorteil
In diesem Fall ist Uberschusseinspeisung deutlich wirtschaftlicher. Ab einem Eigenverbrauchsanteil von etwa 25 bis 30 Prozent lohnt sich die Uberschusseinspeisung in der Regel.
Direktvermarktung ab 100 kW
Ab einer installierten Leistung von 100 kW andern sich die Regeln grundlegend.
Pflicht zur Direktvermarktung
Ab 100 kW ist die Direktvermarktung verpflichtend. Der Betreiber verkauft seinen Strom nicht mehr zum festen EEG-Tarif an den Netzbetreiber. Stattdessen verkauft er ihn uber einen Aggregator oder selbststandig an der Stromborse.
Wie Aggregatoren arbeiten
Direktvermarkter (Aggregatoren) bundeln die Strommengen vieler Anlagen. Sie verkaufen den Strom am Spotmarkt oder uber Terminkontrakte. Der Betreiber erhalt einen marktorientierten Preis, der meist uber dem EEG-Satz fur gro?e Anlagen liegt. Der Aggregator behalt eine Provision von typischerweise 0,5 bis 1,5 Cent pro kWh.
Marktpreis vs EEG-Vergutung
Der durchschnittliche Stromborsepreis lag in den letzten Jahren zwischen 8 und 12 Cent pro kWh. Das ist mehr als die EEG-Vergutung fur Freiflachenanlagen uber 40 kW. Allerdings schwanken die Preise stark. Ein professioneller Direktvermarkter kann durch geschickte Zeitwahl der Verkaufe den Erlauf optimieren.
Ab 500 kW
Fur Anlagen uber 500 kW gibt es keine EEG-Vergutung mehr. Direktvermarktung ist hier die einzige Option. Betreiber gro?er Freiflachenanlagen arbeiten in der Regel mit etablierten Direktvermarktern zusammen.
Steuerliche Behandlung
Die steuerliche Behandlung von Solaranlagen ist ein eigener Komplex. Die wichtigsten Regeln im Uberblick.
Kleinunternehmerregelung
Wer mit seiner Anlage Umsatzsteuerbare Leistungen erbringt, kann sich als Kleinunternehmer registrieren. Das ist moglich, wenn der Jahresumsatz 22.000 Euro nicht ubersteigt. Als Kleinunternehmer muss man keine Umsatzsteuer ausweisen oder abfuhren. Die EEG-Vergutung flie?t brutto zu.
Eigenverbrauch und Steuern
Eigenverbrauch bis zu einer Anlagenleistung von 30 kW ist steuerfrei. Das gilt fur Privathaushalte und Gewerbebetriebe gleicherma?en. Daruber hinaus gilt der Eigenverbrauch als geldwerter Vorteil. Er muss versteuert werden.
In der Praxis konnen Betreiber von Anlagen uber 30 kW oft weiterhin steuerfrei bleiben. Die Kleinunternehmerregelung greift hier haufig. Gewerbliche Betreiber gro?er Anlagen sollten einen Steuerberater konsultieren.
Einkommensteuer
Die EEG-Vergutung ist einkommensteuerpflichtig. Privatanleger mussen sie in der Anlage AUS ihrer Einkommensteuererklarung angeben. Gewerbliche Betreiber buchen sie als Betriebseinnahme. Die Anschaffungskosten der Anlage konnen uber 20 Jahre abgeschrieben werden.
Nachste Degressionsstufen
Die folgende Tabelle zeigt die geplanten Degressionsstufen fur Dachanlagen. Die genauen Satze werden von der BNetzA vor jedem Stichtag veroffentlicht.
| Stichtag | Degressionsrate | Geschatzter Satz 10 kW Dach |
|---|---|---|
| 1. August 2026 | 1,4% | ca. 8,48 ct/kWh |
| 1. November 2026 | 1,4% | ca. 8,36 ct/kWh |
| 1. Februar 2027 | 1,4% | ca. 8,24 ct/kWh |
| 1. Mai 2027 | 1,4% | ca. 8,13 ct/kWh |
| 1. August 2027 | 1,4% | ca. 8,01 ct/kWh |
Die Berechnung der geschatzten Satze basiert auf der Annahme, dass die Degressionsrate bei 1,4 Prozent pro Quartal bleibt und der Ausbau die Zielkorridore uberschreitet. Sollte der Ausbau zuruckgehen, kann die BNetzA die Degression reduzieren oder aussetzen.
Hinweis zur Planungssicherheit
Die Vergutungssatze gelten fur 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Wer heute eine Anlage in Betrieb nimmt, erhalt den aktuellen Satz fur zwei Jahrzehnte. Die spatere Degression betrifft nur neue Anlagen. Bestehende Anlagen behalten ihren Satz.
Praktische Schritte fur Betreiber
Die folgenden Schritte helfen Ihnen, die richtige Vergutungsform zu wahlen und den Prozess erfolgreich abzuschlie?en.
1
Anlagenleistung und Vergutungsform bestimmen
Ermitteln Sie die installierte AC-Leistung Ihrer Anlage. Entscheiden Sie sich fur Volleinspeisung oder Uberschusseinspeisung. Bei Eigenverbrauchsanteilen uber 30% ist Uberschusseinspeisung meist wirtschaftlicher.
2
EEG-Vergutungssatz aus der Tabelle ablesen
Suchen Sie in der aktuellen Vergutungstabelle den passenden Satz fur Ihre Anlagengro?e. Achten Sie auf die Unterscheidung zwischen Dachanlagen und Freiflachenanlagen.
3
Vergutungsanlage beim Netzbetreiber beantragen
Reichen Sie beim zustandigen Netzbetreiber die Vergutungsanlage mit MaStR-Nummer und Bankverbindung ein. Der Betreiber zahlt die Vergutung monatlich oder jahrlich aus.
4
Degressionsfristen im Blick behalten
Notieren Sie sich die nachste Degressionsstufe. Wenn Sie die Inbetriebnahme vor dem Stichtag schaffen, erhalten Sie den hoheren Satz. Planen Sie daher den Baubeginn entsprechend.
5
Jahrliche Abrechnung prufen
Prufen Sie jahrlich die Abrechnung des Netzbetreibers auf Richtigkeit. Vergleichen Sie die abgerechnete Menge mit Ihrem eigenen Monitoring. Bei Abweichungen reklamieren Sie zeitnah.
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Fazit
Die EEG-Vergutungssatze 2026 bieten weiterhin eine solide Einnahmebasis fur Photovoltaik-Betreiber. Die Satze fur Dachanlagen bis 10 kW liegen bei etwa 8,6 Cent pro kWh. Sie sinken quartalsweise um 1,4 Prozent. Wer eine Anlage plant, sollte die nachste Degressionsstufe im Blick behalten.
Die Wahl zwischen Volleinspeisung und Uberschusseinspeisung hangt vom Eigenverbrauchsanteil ab. Ab etwa 30 Prozent Eigenverbrauch ist Uberschusseinspeisung meist die bessere Option. Ab 100 kW wird Direktvermarktung Pflicht.
Die Vergutung gilt fur 20 Jahre. Das bietet Planungssicherheit. Gleichzeitig macht die Degression deutlich, dass fruherer Ausbau bessere Konditionen bringt. Wer heute handelt, sichert sich hohere Satze als der, der in zwei Jahren baut.
Fur verbindliche Angaben empfehlen wir, die aktuellen Bekanntmachungen der Bundesnetzagentur zu konsultieren. Bei steuerlichen Fragen ist ein Steuerberater die richtige Anlaufstelle.