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EEG 2023 Vergutungssatze: Aktuelle Einspeisevergutung fur Photovoltaik 2026

Aktuelle EEG-Vergutungssatze 2026 nach Anlagengro?e: Volleinspeisung und Uberschusseinspeisung. Degressionsplan, Berechnungsbeispiele und nachste Stufe. Quartalsweise aktualisiert.

Rainer Neumann

Verfasst von

Rainer Neumann

Content Head · SurgePV

Keyur Rakholiya

Geprüft von

Keyur Rakholiya

CEO & Co-Founder · SurgePV

Veröffentlicht ·Zuletzt geprüft ·Regulierungsbehörde: Bundesnetzagentur (BNetzA)

Die Vergutungssatze des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2023 bestimmen, wie viel Geld Betreiber von Photovoltaikanlagen in Deutschland fur ihren Solarstrom erhalten. Diese Satze sind nicht statisch. Sie sinken quartalsweise durch die sogenannte Degression. Wer eine Anlage plant, muss die aktuellen Satze kennen und die nachsten Stufen im Blick behalten. Ein Monat kann den Unterschied zwischen einem hoheren und einem niedrigeren Vergutungssatz ausmachen.

Zuletzt aktualisiert: Q2 2026 | Nachste Anpassung: 1. August 2026

Regulierung: EEG 2023 / BNetzA

Gultig ab: 1. Januar 2023

Letzte Anpassung: Mai 2026

Nachste Degression: 1. August 2026

Quartalsaktualisierung

Die EEG-Vergutungssatze werden viermal im Jahr angepasst: am 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November. Die genauen Satze veroffentlicht die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf ihrer Webseite. Diese Seite wird nach jeder Anpassung aktualisiert.

Aktuelle EEG-Vergutungssatze 2026

Die folgende Tabelle zeigt die gultigen Vergutungssatze fur Inbetriebnahmen im zweiten Quartal 2026. Die Satze unterscheiden sich nach Anlagengro?e, Standorttyp (Dach oder Freiflache) und Vergutungsform (Volleinspeisung oder Uberschusseinspeisung).

Anlagengro?eVolleinspeisung DachVolleinspeisung FreiflacheUberschusseinspeisung
Bis 10 kWca. 8,6 ct/kWhca. 5,0 ct/kWhca. 8,6 ct/kWh
10 kW bis 40 kWca. 7,5 ct/kWhca. 4,8 ct/kWhca. 7,5 ct/kWh
40 kW bis 750 kWca. 6,0 ct/kWhca. 4,5 ct/kWhca. 6,0 ct/kWh
Uber 750 kWDirektvermarktungDirektvermarktungDirektvermarktung

Die genauen Cent-Betrage variieren leicht je nach Quartal. Die BNetzA rundet auf zwei Nachkommastellen. Die Werte in der Tabelle sind Naherungswerte auf Basis der letzten Veroffentlichung. Fur verbindliche Angaben bei der Projektfinanzierung empfehlen wir, die aktuelle BNetzA-Bekanntmachung zu konsultieren.

Besondere Regelungen

Dachanlagen bis 10 kW erhalten den hochsten Satz. Diese Anlagen sind typischerweise Eigenheime und kleine Gewerbebetriebe. Der erhohte Satz soll den Ausbau auf bestehenden Dachflachen fordern.

Freiflachenanlagen erhalten deutlich niedrigere Satze als Dachanlagen. Der Gesetzgeber mochte den Flachenverbrauch begrenzen und priorisiert die Nutzung bereits versiegelter Flachen.

Uberschusseinspeisung wird fur Dachanlagen bis 750 kW mit demselben Satz vergutet wie Volleinspeisung. Der Unterschied liegt im Eigenverbrauch: Bei Uberschusseinspeisung wird der Strom zuerst selbst genutzt. Der verbleibende Uberschuss geht ins Netz.

Wie die EEG-Degression funktioniert

Die Degression ist das zentrale Steuerinstrument des EEG. Sie soll den Solarausbau an die Marktentwicklung koppeln. Wenn mehr Anlagen gebaut werden als geplant, sinkt die Vergutung schneller. Wenn der Ausbau zuruckgeht, sinkt sie langsamer oder pausiert.

Aktuelle Degressionsrate

Fur Dachanlagen betragt die Degression derzeit 1,4 Prozent pro Quartal. Das bedeutet: Wer seine Anlage am 31. Juli 2026 in Betrieb nimmt, erhalt den Satz vom zweiten Quartal. Wer am 1. August 2026 in Betrieb nimmt, erhalt den um 1,4 Prozent reduzierten Satz.

Zielkorridore

Die Bundesregierung hat Ausbauziele definiert. Derzeit liegt das Ziel bei etwa 22 Gigawatt Photovoltaik-Leistung pro Jahr. Die BNetzA uberwacht die tatsachlichen Zubauraten. Liegen sie uber dem Korridor, greift die volle Degression. Liegen sie darunter, kann die Degression ausgesetzt oder reduziert werden.

Praktische Bedeutung

Ein Installateur, der im Juli 2026 eine 10-kW-Dachanlage in Betrieb nimmt, erhalt etwa 8,6 Cent pro kWh. Nimmt er dieselbe Anlage im August 2026 in Betrieb, erhalt er etwa 8,48 Cent pro kWh. Auf 20 Jahre gerechnet macht das bei einer jahrlichen Erzeugung von 10.000 kWh einen Unterschied von etwa 240 Euro.

Planungstipp

Wenn Ihr Projekt kurz vor einer Degressionsstufe liegt, priorisieren Sie die Inbetriebnahme. Ein fruherer Baubeginn kann sich finanziell auszahlen. Sprechen Sie mit Ihrem Installateur uber realistische Zeitplane.

Volleinspeisung vs Uberschusseinspeisung

Jeder Betreiber muss sich zwischen zwei Vergutungsformen entscheiden. Die Wahl hangt vom Eigenverbrauchsanteil ab.

KriteriumVolleinspeisungUberschusseinspeisung
Was wird eingespeist?Der gesamte SolarstromNur der nicht verbrauchte Uberschuss
VergutungssatzVoller EEG-SatzVoller EEG-Satz fur den Uberschuss
EigenverbrauchKeiner, Strom wird gekauftDirekte Nutzung des Solarstroms
Sinnvoll beiNiedrigem EigenverbrauchEigenverbrauchsanteil uber 30%
MessungEin ZahlermodulZwei Zahlermodule
AnmeldeaufwandEinfachEtwas hoher

Berechnungsbeispiel

Eine Familie mit einer 8-kW-Dachanlage erzeugt jahrlich 8.500 kWh. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei 35 Prozent.

Bei Volleinspeisung:

  • 8.500 kWh x 8,6 ct/kWh = 731 Euro pro Jahr
  • Stromkosten fur Eigenverbrauch: 2.975 kWh x 40 ct/kWh = 1.190 Euro
  • Bilanz: 731 Euro Einnahmen minus 1.190 Euro Stromkosten = minus 459 Euro

Bei Uberschusseinspeisung:

  • Eigenverbrauch: 2.975 kWh x 40 ct/kWh gespart = 1.190 Euro
  • Eingespeister Uberschuss: 5.525 kWh x 8,6 ct/kWh = 475 Euro
  • Bilanz: 1.190 Euro plus 475 Euro = 1.665 Euro Vorteil

In diesem Fall ist Uberschusseinspeisung deutlich wirtschaftlicher. Ab einem Eigenverbrauchsanteil von etwa 25 bis 30 Prozent lohnt sich die Uberschusseinspeisung in der Regel.

Direktvermarktung ab 100 kW

Ab einer installierten Leistung von 100 kW andern sich die Regeln grundlegend.

Pflicht zur Direktvermarktung

Ab 100 kW ist die Direktvermarktung verpflichtend. Der Betreiber verkauft seinen Strom nicht mehr zum festen EEG-Tarif an den Netzbetreiber. Stattdessen verkauft er ihn uber einen Aggregator oder selbststandig an der Stromborse.

Wie Aggregatoren arbeiten

Direktvermarkter (Aggregatoren) bundeln die Strommengen vieler Anlagen. Sie verkaufen den Strom am Spotmarkt oder uber Terminkontrakte. Der Betreiber erhalt einen marktorientierten Preis, der meist uber dem EEG-Satz fur gro?e Anlagen liegt. Der Aggregator behalt eine Provision von typischerweise 0,5 bis 1,5 Cent pro kWh.

Marktpreis vs EEG-Vergutung

Der durchschnittliche Stromborsepreis lag in den letzten Jahren zwischen 8 und 12 Cent pro kWh. Das ist mehr als die EEG-Vergutung fur Freiflachenanlagen uber 40 kW. Allerdings schwanken die Preise stark. Ein professioneller Direktvermarkter kann durch geschickte Zeitwahl der Verkaufe den Erlauf optimieren.

Ab 500 kW

Fur Anlagen uber 500 kW gibt es keine EEG-Vergutung mehr. Direktvermarktung ist hier die einzige Option. Betreiber gro?er Freiflachenanlagen arbeiten in der Regel mit etablierten Direktvermarktern zusammen.

Steuerliche Behandlung

Die steuerliche Behandlung von Solaranlagen ist ein eigener Komplex. Die wichtigsten Regeln im Uberblick.

Kleinunternehmerregelung

Wer mit seiner Anlage Umsatzsteuerbare Leistungen erbringt, kann sich als Kleinunternehmer registrieren. Das ist moglich, wenn der Jahresumsatz 22.000 Euro nicht ubersteigt. Als Kleinunternehmer muss man keine Umsatzsteuer ausweisen oder abfuhren. Die EEG-Vergutung flie?t brutto zu.

Eigenverbrauch und Steuern

Eigenverbrauch bis zu einer Anlagenleistung von 30 kW ist steuerfrei. Das gilt fur Privathaushalte und Gewerbebetriebe gleicherma?en. Daruber hinaus gilt der Eigenverbrauch als geldwerter Vorteil. Er muss versteuert werden.

In der Praxis konnen Betreiber von Anlagen uber 30 kW oft weiterhin steuerfrei bleiben. Die Kleinunternehmerregelung greift hier haufig. Gewerbliche Betreiber gro?er Anlagen sollten einen Steuerberater konsultieren.

Einkommensteuer

Die EEG-Vergutung ist einkommensteuerpflichtig. Privatanleger mussen sie in der Anlage AUS ihrer Einkommensteuererklarung angeben. Gewerbliche Betreiber buchen sie als Betriebseinnahme. Die Anschaffungskosten der Anlage konnen uber 20 Jahre abgeschrieben werden.

Nachste Degressionsstufen

Die folgende Tabelle zeigt die geplanten Degressionsstufen fur Dachanlagen. Die genauen Satze werden von der BNetzA vor jedem Stichtag veroffentlicht.

StichtagDegressionsrateGeschatzter Satz 10 kW Dach
1. August 20261,4%ca. 8,48 ct/kWh
1. November 20261,4%ca. 8,36 ct/kWh
1. Februar 20271,4%ca. 8,24 ct/kWh
1. Mai 20271,4%ca. 8,13 ct/kWh
1. August 20271,4%ca. 8,01 ct/kWh

Die Berechnung der geschatzten Satze basiert auf der Annahme, dass die Degressionsrate bei 1,4 Prozent pro Quartal bleibt und der Ausbau die Zielkorridore uberschreitet. Sollte der Ausbau zuruckgehen, kann die BNetzA die Degression reduzieren oder aussetzen.

Hinweis zur Planungssicherheit

Die Vergutungssatze gelten fur 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Wer heute eine Anlage in Betrieb nimmt, erhalt den aktuellen Satz fur zwei Jahrzehnte. Die spatere Degression betrifft nur neue Anlagen. Bestehende Anlagen behalten ihren Satz.

Praktische Schritte fur Betreiber

Die folgenden Schritte helfen Ihnen, die richtige Vergutungsform zu wahlen und den Prozess erfolgreich abzuschlie?en.

1

Anlagenleistung und Vergutungsform bestimmen

Ermitteln Sie die installierte AC-Leistung Ihrer Anlage. Entscheiden Sie sich fur Volleinspeisung oder Uberschusseinspeisung. Bei Eigenverbrauchsanteilen uber 30% ist Uberschusseinspeisung meist wirtschaftlicher.

2

EEG-Vergutungssatz aus der Tabelle ablesen

Suchen Sie in der aktuellen Vergutungstabelle den passenden Satz fur Ihre Anlagengro?e. Achten Sie auf die Unterscheidung zwischen Dachanlagen und Freiflachenanlagen.

3

Vergutungsanlage beim Netzbetreiber beantragen

Reichen Sie beim zustandigen Netzbetreiber die Vergutungsanlage mit MaStR-Nummer und Bankverbindung ein. Der Betreiber zahlt die Vergutung monatlich oder jahrlich aus.

4

Degressionsfristen im Blick behalten

Notieren Sie sich die nachste Degressionsstufe. Wenn Sie die Inbetriebnahme vor dem Stichtag schaffen, erhalten Sie den hoheren Satz. Planen Sie daher den Baubeginn entsprechend.

5

Jahrliche Abrechnung prufen

Prufen Sie jahrlich die Abrechnung des Netzbetreibers auf Richtigkeit. Vergleichen Sie die abgerechnete Menge mit Ihrem eigenen Monitoring. Bei Abweichungen reklamieren Sie zeitnah.

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SurgePV hilft Ihnen, die richtige Anlagengro?e zu dimensionieren und die erwartete Einspeisemenge zu kalkulieren.

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Fazit

Die EEG-Vergutungssatze 2026 bieten weiterhin eine solide Einnahmebasis fur Photovoltaik-Betreiber. Die Satze fur Dachanlagen bis 10 kW liegen bei etwa 8,6 Cent pro kWh. Sie sinken quartalsweise um 1,4 Prozent. Wer eine Anlage plant, sollte die nachste Degressionsstufe im Blick behalten.

Die Wahl zwischen Volleinspeisung und Uberschusseinspeisung hangt vom Eigenverbrauchsanteil ab. Ab etwa 30 Prozent Eigenverbrauch ist Uberschusseinspeisung meist die bessere Option. Ab 100 kW wird Direktvermarktung Pflicht.

Die Vergutung gilt fur 20 Jahre. Das bietet Planungssicherheit. Gleichzeitig macht die Degression deutlich, dass fruherer Ausbau bessere Konditionen bringt. Wer heute handelt, sichert sich hohere Satze als der, der in zwei Jahren baut.

Fur verbindliche Angaben empfehlen wir, die aktuellen Bekanntmachungen der Bundesnetzagentur zu konsultieren. Bei steuerlichen Fragen ist ein Steuerberater die richtige Anlaufstelle.

About the Contributors

Author
Rainer Neumann
Rainer Neumann

Content Head · SurgePV

Rainer Neumann is Content Head at SurgePV and a solar PV engineer with 10+ years of experience designing commercial and utility-scale systems across Europe and MENA. He has delivered 500+ installations, tested 15+ solar design software platforms firsthand, and specialises in shading analysis, string sizing, and international electrical code compliance.

Editor
Keyur Rakholiya
Keyur Rakholiya

CEO & Co-Founder · SurgePV

Keyur Rakholiya is CEO & Co-Founder of SurgePV and Founder of Heaven Green Energy Limited, where he has delivered over 1 GW of solar projects across commercial, utility, and rooftop sectors in India. With 10+ years in the solar industry, he has managed 800+ project deliveries, evaluated 20+ solar design platforms firsthand, and led engineering teams of 50+ people.

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