Das Wichtigste auf einen Blick
- Die 3D Dachmodellierung erzeugt ein präzises digitales Abbild der Dachgeometrie — mit Neigungswinkel, Azimut, Firstlinien, Graten, Gauben und Hindernissen — und ist die zwingende Grundlage für realistische Verschattungssimulation und optimale Modulanordnung.
- Vier Erfassungsmethoden stehen zur Wahl: manuelle Eingabe (Genauigkeit ±5–15 %), Satelliten-/Luftbilddaten (±2–5 %), Drohnenphotogrammetrie (±0,5–2 %) und LiDAR-Punktwolken (±0,1–0,5 %) — die Wahl hängt von Projektgröße und Genauigkeitsanforderung ab.
- Software-gestützte Modellierung aus Satellitendaten reduziert die Erfassungszeit von 2–4 Stunden (manuell) auf 5–15 Minuten pro Dach — bei gleichzeitig höherer Reproduzierbarkeit.
- Die Verschattungssimulation durch Ray-Tracing setzt eine exakte 3D-Geometrie voraus: Selbst ein 10 cm abweichend platzierter Schornstein kann den berechneten Jahresverlust um 1–3 Prozentpunkte verschieben.
- In Deutschland stehen flächendeckend DGM-Daten (Digitales Geländemodell) der Bundesländer sowie DSM-Daten (Digitales Oberflächenmodell) zur Verfügung, die eine automatische Neigungserkennung ohne Vor-Ort-Messung ermöglichen.
- Das 3D-Dachmodell ist nicht nur Planungsgrundlage, sondern auch Kommunikationsmittel gegenüber Kunden: Eine fotorealistische 3D-Ansicht mit platzierten Modulen erhöht die Abschlussrate in Vertriebsgesprächen nachweislich.
- Fünf deutsche Dachtypen — Satteldach, Walmdach, Pultdach, Mansarddach, Tonnendach — unterscheiden sich erheblich in ihrer 3D-Komplexität und damit im Modellierungsaufwand.
Was ist 3D Dachmodellierung?
Die 3D Dachmodellierung ist die rechnergestützte Erstellung eines dreidimensionalen digitalen Modells einer Dachfläche für die Planung von Photovoltaikanlagen. Das Modell bildet die geometrische Realität des Dachs ab: Neigungswinkel, Azimutausrichtung, Firstlinien, Gratlinien, Traufen, Dachgauben, Schornsteine, Lüftungsanlagen, Oblichter und sonstige Aufbauten.
Das fertige 3D-Modell ist keine Visualisierung zum Vorzeigen — es ist das mathematische Fundament für alle nachgelagerten Berechnungen. Die Verschattungssimulation benötigt exakte dreidimensionale Koordinaten für jedes Objekt auf und neben dem Dach, um den Sonnenpfad stundenfein zu tracen. Die automatische Modulanordnung braucht die genaue Dachgeometrie, um nutzbare Flächen zu berechnen, Mindestabstände einzuhalten und Module string-konform zu gruppieren. Und die Ertragsprognose wird ohne korrektes 3D-Modell zur Spekulation.
Kurz gesagt: Wer ein PV-System plant, ohne ein verlässliches 3D-Modell des Dachs zu erstellen, arbeitet mit einer Schätzung, nicht mit einem Plan.
Methoden der 3D-Erfassung im Vergleich
Neigungswinkel und Azimut per Hand
Planer messen Dachneigung (Dachneigungsmesser oder Bauplan) und Ausrichtung (Kompass) vor Ort und geben die Werte manuell in die Planungssoftware ein. Schnell für einfache Dächer, fehleranfällig bei komplexen Geometrien. Typische Genauigkeit: ±5–15 %. Geeignet für einfache Satteldächer ohne Aufbauten.
Automatische Dacherfassung aus der Luft
Dienste wie Google Solar API, Nearmap oder Pictometry liefern hochauflösende Orthophotos und Digitale Oberflächenmodelle (DSM), aus denen die Software Dachflächen, Neigungen und Hindernisse automatisch ableitet. Genauigkeit: ±2–5 %. Kein Vor-Ort-Besuch für die Modellierung nötig. Für die Mehrzahl deutscher Wohngebäude ausreichend.
Präzisionserfassung durch Befliegung
Eine Drohne fliegt das Gebäude ab und erzeugt aus hunderten überlappender Fotos ein hochgenaues 3D-Punktwolkenmodell (Photogrammetrie). Genauigkeit: ±0,5–2 %. Ideal für komplexe Gewerbegebäude, Anlagen ab 100 kWp oder wenn genaue Maße für die Statik benötigt werden. Aufwand: 1–3 Stunden inklusive Auswertung.
Höchste verfügbare Präzision
Laserscanning vom Boden, Fahrzeug oder Flugzeug erzeugt Millionen von Messpunkten mit Genauigkeiten von ±0,1–0,5 cm. In Deutschland stellen mehrere Bundesländer LiDAR-Daten kostenfrei bereit (z. B. Bayern, NRW). Für Großprojekte und bankable Simulationen die Methode der Wahl, wenn Satellitendaten nicht ausreichen.
Genauigkeitsvergleich der Methoden
| Methode | Lagegenauigkeit | Höhengenauigkeit | Planungsaufwand | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Manuelle Eingabe | ±5–15 % | ±2–5° Neigung | Sehr gering | Einfaches Satteldach, Vorstudie |
| Satelliten-/Luftbild (DSM) | ±2–5 % | ±0,3–1 m | Gering | Wohn- und Gewerbedächer bis 200 kWp |
| Drohnenphotogrammetrie | ±0,5–2 % | ±0,05–0,2 m | Mittel | Gewerbe, komplexe Dächer, ab 100 kWp |
| LiDAR-Punktwolke | ±0,1–0,5 % | ±0,01–0,05 m | Mittel–hoch | Freiflächenanlagen, Großprojekte, bankable |
Dachparameter im 3D-Modell
Ein vollständiges 3D-Dachmodell erfasst deutlich mehr als Neigung und Ausrichtung. Die folgende Übersicht zeigt, welche Parameter für eine verlässliche PV-Planung nötig sind und warum:
Neigungswinkel (0–90°)
Der Winkel der Dachfläche zur Horizontalen bestimmt maßgeblich den solaren Ertrag. Optimal sind in Deutschland 30–35° für maximalen Jahresertrag bei Südausrichtung. Flachere Neigungen (10–15°) werden für Ost-West-Belegung und zur Eigenverbrauchsoptimierung eingesetzt. Das 3D-Modell muss den Neigungswinkel für jede einzelne Teilfläche separat ausweisen — bei Walm- oder Mansarddächern gibt es vier oder mehr verschiedene Neigungswerte.
Azimutausrichtung
Die Himmelsrichtung der Dachfläche (Süd = 0°, Ost = –90°, West = +90°) ist neben dem Neigungswinkel der zweite Haupteinflussfaktor auf den Jahresertrag. Abweichungen von mehr als 30° von der Südausrichtung können den Jahresertrag um 5–15 % reduzieren. Das 3D-Modell hält den Azimut jeder Dachfläche fest.
First-, Grat- und Kehllinien
Firstlinien (obere horizontale Kante), Gratlinien (nach außen geneigte Kanten bei Walmdächern) und Kehllinien (nach innen geneigte Kanten) definieren die Grenzen nutzbarer Dachflächen. An Graten und Kehlen entstehen komplexe Schattenmuster, die nur ein 3D-Modell korrekt abbilden kann. Fehlen diese Linien, wird die nutzbare Modulfläche systematisch überschätzt.
Hindernisse und Aufbauten
Schornsteine, Lüftungsanlagen, Dachgauben, Lichtkuppeln, Antennenmasten, Klimaanlagen, Brüstungen — jedes Hindernis wird im 3D-Modell als Körper mit exakter Position, Höhe und Breite erfasst. Nur so kann die Verschattungssimulation präzise Schattenverläufe berechnen. Ein im Modell vergessener Schornstein führt zu systematisch überhöhten Ertragsprognosen.
Rückstands- und Mindestabstandszonen
Brandschutz- und Montageregelungen schreiben Abstände zu Dachkanten, Firstlinien und Gauben vor. Typisch: 0,5 m von freien Dachkanten, 1,0 m für Feuerwehrzugangswege. Diese Zonen werden im 3D-Modell als nicht nutzbare Bereiche markiert und bei der automatischen Modulplatzierung ausgespart.
Deutsche Dachtypen und ihre 3D-Komplexität
Nicht jedes Dach ist gleich schwer zu modellieren. Die Komplexität des 3D-Modells hängt direkt vom Dachtyp ab — und damit auch der Modellierungsaufwand und das Risiko für Planungsfehler.
Zwei Flächen — einfachste Geometrie
Das häufigste Dach in Deutschland. Zwei symmetrische (oder asymmetrische) Flächen, First horizontal. Modellierung in 5–10 Minuten mit Satellitendaten. Typische Systemgrößen: 6–20 kWp. Planungsrisiko: gering, sofern keine Gauben vorhanden.
Vier Flächen — mittlere Komplexität
Alle vier Seiten geneigt, keine Giebelwand. Jede Seite hat eigene Neigung und Azimut. Modellierung: 15–30 Minuten. Die schrägen Gratlinien schneiden Modulflächen und erfordern sorgfältige Grenzberechnung. Typisch bei älteren Einfamilienhäusern und Villen.
Eine Fläche — sehr einfach
Monotone Neigung in eine Richtung. Sehr einfaches 3D-Modell, optimal für Ost-West-Planung auf Industrie- und Gewerbehallen. Modellierung: 5 Minuten. Häufig kombiniert mit mehreren Pultflächen auf einem Komplex.
Zwei Neigungswinkel je Seite — hohe Komplexität
Jede Dachseite hat zwei Abschnitte mit unterschiedlichen Neigungswinkeln (unterer Abschnitt oft 60–70°, oberer 30–40°). Vier bis acht Dachflächen mit unterschiedlichen Parametern. Modellierung: 30–60 Minuten. Der steilere Unterabschnitt ist oft nutzbar, der flachere Oberabschnitt ertragsstärker.
Gewölbte Fläche — höchste Komplexität
Gebogene Dachfläche mit kontinuierlich variierendem Neigungswinkel. Jede Modulreihe hat faktisch einen anderen Azimut und Neigungswinkel. Modellierung erfordert diskrete Abschnittseinteilung in der Software. Typisch bei Sporthallen, Bahnhöfen, historischen Gebäuden. Selten bei Wohngebäuden.
Horizontale Fläche — einfache Geometrie, komplexe Hindernisse
Neigung 0–5°, ideal für Ost-West-Aufständerung. Das Dach selbst ist einfach zu modellieren — die Komplexität liegt in den Aufbauten: Lüftungsanlagen, Treppenhäuser, Brüstungen. Modellierung: 15–45 Minuten abhängig von Hindernisdichte. Typisch bei Gewerbe, Industrie, Mehrfamilienhäusern.
Von der 3D-Geometrie zur Verschattungssimulation
Das 3D-Dachmodell ist die Eingabe — die Verschattungssimulation ist der Prozess, der daraus Zahlen macht.
Die Simulation arbeitet mit Ray-Tracing: Für jeden Berechnungszeitpunkt (typisch stündlich oder in 10-Minuten-Schritten, 8.760 bis 52.560 Zeitpunkte pro Jahr) wird der Sonnenstand berechnet und für jedes Modul geprüft, ob ein Objekt aus dem 3D-Modell einen Schatten auf die Modulfläche wirft. Das Ergebnis ist ein stundenscharfer Verschattungsstatus für jedes Modul — die Grundlage für die Berechnung des jährlichen Verschattungsverlusts.
Positionsfehler [m] < tan(Sonnenhöhenwinkel) × Hindernisabstand [m] × 0,1Die Qualität der Verschattungsrechnung ist direkt an die Qualität des 3D-Modells geknüpft. Das ist der Grund, warum professionelle Planungssoftware wie die Solardesign-Software von SurgePV nicht nur ein Visualisierungstool für Kunden ist, sondern eine präzise geometrische Datenbank für die Berechnung.
Das Digitale Geländemodell (DGM) bildet die Geländeoberfläche ohne Gebäude und Vegetation ab. Das Digitale Oberflächenmodell (DSM) enthält alle Aufbauten inklusive Gebäude und Bäume. Für die PV-Planung ist das DSM relevant: Es ermöglicht die automatische Ableitung von Gebäudehöhen, Dachneigungen und umgebenden Hindernissen. Bayern, NRW, Baden-Württemberg und mehrere weitere Bundesländer stellen DSM-Daten mit 1 m Rasterauflösung kostenlos über ihre Landesvermessungsämter bereit.
Wie SurgePV die 3D-Dachmodellierung umsetzt
Die Solardesign-Software von SurgePV kombiniert Satellitendaten mit automatischer DSM-Auswertung:
Dachkontur aus Satellitenansicht zeichnen
Der Planer gibt die Adresse ein, SurgePV lädt hochauflösendes Satellitenbild und DSM-Daten. Die Dachkontur wird mit wenigen Klicks gezeichnet — das Tool erkennt Kanten automatisch und schlägt Konturlinien vor.
Neigung und Azimut automatisch ableiten
Aus den DSM-Daten berechnet SurgePV die Dachneigung jeder Fläche automatisch. Der Planer kann die erkannten Werte bestätigen oder manuell korrigieren, wenn Messung und Bauplan abweichen.
Hindernisse einzeichnen
Schornsteine, Lüftungsanlagen und sonstige Aufbauten, die im DSM nicht ausreichend aufgelöst sind, werden manuell als 3D-Objekte eingetragen (Position, Höhe, Breite). Umgebungsgebäude und Bäume werden aus dem DSM automatisch übernommen.
Automatische Modulplatzierung und Verschattungssimulation
SurgePV platziert Module unter Berücksichtigung von Mindestabständen, String-Constraints und Verschattungsgeometrie. Die Verschattungssimulation läuft in Echtzeit — Änderungen am 3D-Modell aktualisieren den berechneten Jahresertrag sofort.
Zeitvergleich: Manuelle 3D-Modellierung eines Satteldaches mit zwei Schornsteinen in einem separaten CAD-Tool: 2–4 Stunden. Gleiche Aufgabe in SurgePV mit DSM-Daten: 5–15 Minuten.
Auch bei automatischer DSM-Erkennung lohnt ein kurzer Blick auf das 3D-Modell vor der Simulation. Häufige Fehlerquellen: Bäume, die als Gebäude erkannt werden; neue Schornsteine, die im älteren DSM-Datensatz fehlen; Dachterrassenaufbauten, die das DSM nicht auflöst. Eine Kontrolle dauert 2 Minuten und verhindert systematisch falsche Ertragsprognosen.
Datensätze für Deutschland
| Datenquelle | Auflösung | Verfügbarkeit | Kosten |
|---|---|---|---|
| DGM der Bundesländer (z. B. Bayern, NRW) | 0,5–1 m | Landesvermessungsämter | Kostenlos (Open Data) |
| Google Solar API | ~0,5 m | API-Zugang | Kostenpflichtig (pay-per-use) |
| Nearmap | 5–10 cm | API-Zugang (DE verfügbar) | Kostenpflichtig (Abo) |
| Pictometry / EagleView | 5–15 cm | Vertrieb über Softwarepartner | Kostenpflichtig |
| Solargis DSM | 90 m | Global verfügbar | Kostenpflichtig |
| Drohnenphotogrammetrie (eigenerstellt) | 1–3 cm | Vor-Ort-Befliegung nötig | Personalkosten |
Praktische Hinweise
- DSM-Daten vor der ersten Planung auf Aktualität prüfen. Bundesland-DSM-Datensätze können 3–7 Jahre alt sein. Neue Gebäude, Aufbauten oder gefällte Bäume fehlen dann im Modell. Satellitenbild und DSM-Modell immer mit dem aktuellen Orthofoto abgleichen — Differenzen sind sofort sichtbar.
- Hindernisse im Modell überdimensionieren, nicht unterdimensionieren. Ein im Modell zu klein eingetragener Schornstein führt zu einer optimistischen Ertragsprognose. Im Zweifel lieber 10 cm mehr Höhe ansetzen — das schützt vor Reklamationen durch Minderertrag.
- Komplexe Dächer in Teilflächen aufteilen. Mansarddächer und Walmdächer mit mehr als vier Teilflächen sind schwer auf einen Blick zu modellieren. Systematisch Fläche für Fläche definieren, jeweils Neigung und Azimut prüfen, bevor Hindernisse eingetragen werden.
- 3D-Modell als Planungsdokument archivieren. Bei nachträglichen Reklamationen (Ertrag niedriger als prognostiziert) ist das gespeicherte 3D-Modell der wichtigste Nachweis, auf welcher geometrischen Grundlage die Simulation erstellt wurde.
- 3D-Modell und Baupläne vor Montage abgleichen. Gerade bei Altbauten weichen tatsächliche Dachneigung und Firsthöhe oft um 2–5° bzw. 10–30 cm vom Plan ab. Kurze Nachmessung vor Ort und Korrektur im Modell verhindert Passungsfehler bei der Modul- und Schienenmontage.
- Hinderniskoordinaten aus dem 3D-Modell für die Montage nutzen. Das 3D-Modell enthält die Positionen aller Schornsteine und Aufbauten. Diese Koordinaten direkt als Referenz für Mindestabstände bei der Modulplatzierung auf dem Dach verwenden — spart Nachmessen und reduziert Montagefehler.
- Abweichungen vom 3D-Modell protokollieren. Findet sich auf dem Dach eine Lüftungsanlage, die im Modell fehlt, sofort fotografieren und im Modell nachtragen — bevor der Ertragsbericht zum Kunden geht. Nachträgliche Korrekturen am Modell nach Kundenübergabe sind aufwendiger.
- Dacheindeckungsmaterial im Modell vermerken. Ziegel, Schiefer, Bitumenbahn, Metall — das Material bestimmt die Montagesysteme und beeinflusst die erreichbare Modulanordnung (z. B. Indach vs. Aufdach). Nicht Teil der 3D-Geometrie, aber als Metadatum wichtig für die Stückliste.
- 3D-Modell im Erstgespräch zeigen. Ein fotorealistisches 3D-Modell des eigenen Dachs mit platzierten Modulen überzeugt Kunden schneller als jede Tabelle. „Das ist Ihr Dach — so würde die Anlage aussehen” ist das stärkste Verkaufsargument im ersten Gespräch.
- Ertragsprognose mit dem 3D-Modell verknüpfen. „Wir haben Ihren Schornstein und die Gaube im Modell — die Ertragszahl berücksichtigt genau Ihr Dach, nicht ein Standarddach in Ihrer Postleitzahl.” Das schafft Vertrauen und differenziert vom Wettbewerb, der mit Pauschalwerten arbeitet.
- Modellierungsgenauigkeit als Qualitätsmerkmal kommunizieren. Käufer vergleichen Angebote. Ein Angebot, das auf einem verifizierten 3D-Modell basiert, wirkt fundierter als eines mit Standardparametern — selbst wenn die Endzahl ähnlich ist.
- Komplexe Dächer als Chance nutzen. Wettbewerber schrecken vor Walm- und Mansarddächern oft zurück. Wer die 3D-Modellierung beherrscht, kann diese Projekte souverän anbieten — und in einem weniger umkämpften Marktsegment höhere Margen erzielen.
3D-Dachmodell in Minuten — direkt im Browser
SurgePV erstellt das 3D-Dachmodell aus Satellitendaten automatisch — inklusive Neigungserkennung, Hinderniskartierung und sofortiger Verschattungssimulation.
Kostenlos testenKeine Kreditkarte erforderlich
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Satteldach in Freiburg im Breisgau (9,6 kWp)
Freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1978, Satteldach Südausrichtung 38° Neigung, 120 m² Gesamtfläche. Zwei Schornsteine (je 1,4 m über Dachfläche), ein Dachflächenfenster mittig.
Die 3D-Modellierung aus Satelliten-DSM-Daten ergibt:
- Nutzbare Modulfläche nach Mindestabständen: 74 m²
- Schornstein West: 6,2 % Verschattungsverlust auf 3 Modulen in String 1 (Dezember–Februar)
- Schornstein Ost: 4,1 % auf 2 Modulen in String 2
- Dachflächenfenster: 2 Module ausgespart, kein Schatteneinfluss auf verbleibende
Ergebnis ohne 3D-Modell (Standardrechnung): 120 m² × 0,17 kW/m² = 20,4 kWp theoretische Fläche angenommen. Mit 3D-Modell: 74 m² nutzbar, 9,6 kWp tatsächlich installierbar, Jahresertrag 9.840 kWh nach Verschattungskorrektur. Die Standardrechnung hätte ein 53 % zu großes System prognostiziert.
Beispiel 2: Walmdach in Köln-Ehrenfeld (14,4 kWp, Mehrfamilienhaus)
Gründerzeitgebäude, Baujahr 1905, Walmdach mit vier Teilflächen. Südfläche 55 m², Westfläche 40 m², Ostfläche 40 m², Nordfläche (ausgeschlossen). Fünf Schornsteine unterschiedlicher Höhe, zwei Gauben an der Westseite.
Die 3D-Modellierung erforderte aufgrund der Komplexität eine DSM-Auswertung plus manuelle Korrekturen (45 Minuten). Ergebnis:
- Südfläche: 30 Module (10,2 kWp), Verschattungsverlust 8,3 % durch Schornsteine
- Westfläche: 12 Module (4,2 kWp), Verschattungsverlust 5,1 % durch Gauben und Nachbargebäude
Maßnahme: Die drei Schornsteine auf der Südfläche werden als separate Hindernisobjekte modelliert. Die direkt betroffenen 5 Module werden in einen eigenen Mini-String mit Optimierern verlegt. Gesamtanlagenverlust sinkt von 8,3 % auf 4,7 %.
Wirtschaftliche Wirkung: 14,4 kWp × 950 kWh/kWp × (8,3 % – 4,7 %) = 492 kWh Mehrertrag/Jahr. Bei 0,29 EUR/kWh Eigenverbrauch über 20 Jahre: rund 2.860 EUR zusätzlicher Nutzen. Mehrkosten für 5 Optimierer: ca. 350 EUR.
Beispiel 3: Industrieflachdach in Nürnberg (210 kWp, Logistikzentrum)
Betonflachdach, 2.800 m² Gesamtfläche, 7 HLK-Zentralgeräte (je 2,8 m hoch), Treppenhaus-Aufbau (4,5 m hoch), Brüstung 0,9 m rundum. Ost-West-Aufständerung geplant, 12° Neigung.
3D-Modellierung mit Drohnenphotogrammetrie (Befliegung 1,5 Stunden, Auswertung 2 Stunden):
- 7 HLK-Anlagen als präzise 3D-Körper modelliert
- Treppenhaus mit korrekter Schattenkontur im Modell
- Brüstung als Abschattungshindernis für erste Modulreihe berücksichtigt
Ergebnis der automatischen Modulplatzierung:
- Nutzbare Fläche nach Hindernisabständen und Brüstungsabstand (1,5 m): 1.820 m²
- Installierbar: 504 Module à 415 Wp = 209,2 kWp
- Berechneter Jahresertrag nach Verschattungskorrektur: 188.200 kWh
Ohne 3D-Modell (Pauschalschätzung): 2.800 m² × 80 Wp/m² (Flachdach-Faustformel) = 224 kWp, Jahresertrag 201.600 kWh. Die Pauschalschätzung hätte die Anlage um 7 % überdimensioniert und den Wechselrichter falsch ausgelegt.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich ein 3D-Dachmodell wirklich für ein einfaches Satteldach ohne Hindernisse?
Für ein wirklich hindernisfreies Satteldach mit bekannter Neigung und klarer Südausrichtung reicht in der Vorplanung eine manuelle Parametereingabe. Sobald aber Modulanzahl, String-Design und ein rechtssicherer Ertragsbericht benötigt werden, ist auch hier ein 3D-Modell empfehlenswert — der Aufwand beträgt bei modernem Planungstool weniger als 10 Minuten, und die Flächenberechnung sowie die Mindestabstände werden automatisch korrekt ausgewiesen.
Wie genau sind automatisch aus Satellitendaten abgeleitete 3D-Modelle?
Aktuelle Satelliten-DSM-Datensätze erreichen Lagegenauigkeiten von ±0,3–1 m und Höhengenauigkeiten von ±0,2–0,5 m. Das ist für die Dachgeometrie und größere Hindernisse (Schornsteine, Lüftungsanlagen) ausreichend. Kleine Objekte unter 0,5 m Höhe (z. B. Satellitenschüsseln, flache Lüftungsgitter) werden oft nicht aufgelöst und müssen manuell ergänzt werden. Für bankable Simulationen ab 100 kWp empfehlen Banken und Gutachter häufig eine zusätzliche Vor-Ort-Verifikation oder Drohnenbefliegung.
Was ist der Unterschied zwischen DGM und DSM, und welches brauche ich für die PV-Planung?
Das DGM (Digitales Geländemodell) bildet nur die Geländeoberfläche ohne Aufbauten ab — also wie das Gelände aussähe, wenn alle Gebäude und Bäume entfernt würden. Das DSM (Digitales Oberflächenmodell) enthält dagegen alles: Gebäude, Bäume, Aufbauten. Für die PV-Planung ist das DSM das relevante Modell, weil es Gebäudehöhen, Dachneigungen und Hindernisse enthält. Das DGM ist nur für Freiflächenprojekte relevant, wo Geländeneigung und Topografie die Verschattung beeinflussen.
Muss ich für jedes Projekt eine Drohnenbefliegung beauftragen?
Nein. Für die große Mehrheit der Wohn- und Gewerbeprojekte bis 200 kWp sind Satelliten-DSM-Daten in Kombination mit manueller Hinderniserfassung ausreichend. Eine Drohnenbefliegung lohnt sich bei Anlagen ab ca. 100 kWp, bei sehr komplexen Dachgeometrien (viele Aufbauten, unregelmäßige Formen), wenn die Dachstatik auf Basis exakter Gewichtsverteilung berechnet werden muss, oder wenn das finanzierende Institut eine Drohnenvermessung explizit fordert. Kosten für eine professionelle Drohnenbefliegung eines mittelgroßen Gewerbedachs: ca. 400–1.200 EUR.
Wie wirkt sich ein fehlerhaftes 3D-Modell auf die Ertragsprognose aus?
Fehler im 3D-Modell führen fast immer zu einer optimistischen Ertragsprognose — fehlende Hindernisse bedeuten fehlende Verschattungsverluste. In der Praxis sind Abweichungen von 5–15 % zwischen simuliertem und tatsächlichem Jahresertrag häufig auf Modellfehler zurückzuführen. Bei einer 10 kWp-Anlage mit 980 kWh/kWp Jahresertrag bedeuten 10 % Fehler 980 kWh weniger pro Jahr — bei 30 Cent Strompreis fast 300 EUR jährlich. Über 20 Jahre summiert sich das auf knapp 6.000 EUR Ertragsausfall, der direkt auf die Planungsqualität zurückzuführen ist.
Welche Software unterstützt 3D-Dachmodellierung für den deutschen Markt?
Für den deutschen Markt sind SurgePV (cloud-basiert, integrierte 3D-Modellierung aus Satellitendaten), PVsyst (Präzisionssimulation, manuelles 3D-Objekt-Modell), Aurora Solar (US-fokussiert, zunehmend in DE verfügbar) und Polysun (Schweizer Anbieter, gut für Deutschland geeignet) die meistgenutzten Optionen. SurgePV und Aurora bieten automatische DSM-Integration; PVsyst und Polysun arbeiten vorwiegend mit manueller 3D-Objekteingabe. Kostenlose PVGIS-Simulation bietet nur einfache Horizontlinieneingabe, keine Nahverschattungsmodellierung.
Verwandte Glossarbegriffe
About the Contributors
CEO & Co-Founder · SurgePV
Keyur Rakholiya is CEO & Co-Founder of SurgePV and Founder of Heaven Green Energy Limited, where he has delivered over 1 GW of solar projects across commercial, utility, and rooftop sectors in India. With 10+ years in the solar industry, he has managed 800+ project deliveries, evaluated 20+ solar design platforms firsthand, and led engineering teams of 50+ people.
General Manager · Heaven Green Energy Limited
Nimesh Katariya is General Manager at Heaven Designs Pvt Ltd, a solar design firm based in Surat, India. With 8+ years of experience and 400+ solar projects delivered across residential, commercial, and utility-scale sectors, he specialises in permit design, sales proposal strategy, and project management.